Der fein auflösende Ultraschall

 

Herzinfarkt und Schlaganfall sind schwere Erkrankungen, die manche Menschen frühzeitig und überraschend erleiden. Ihnen vorzubeugen sind wichtige medizinische Aufgaben. Das Entscheidende dabei ist die Früherkennung von beginnenden Gefäßveränderungen, denn sie lassen die eigentlich gefährdeten Menschen aus der Masse der Nichtgefährdeten herausfiltern. Und noch dazu zu einem Zeitpunkt, wo Gegenmaßnahmen solche Erkrankungen noch verhindern können. Allein mit der Bestimmung von gängigen Risikofaktoren wie Cholesterinerhöhung, Entzündungsparametern, Übergewicht, Rauchen, Hochdruck, Diabetes und Stress gelingt es dem Arzt nur mit etwa 60% Wahrscheinlichkeit, einem Patienten eine reelle Gefährdung innerhalb der nächsten 10 Jahre zuzuschreiben. Verbindet man diese Risiken mit den tatsächlichen Arterienveränderungen, dann werden die medizinischen Prognosen deutlich besser: Die Prognosegenauigkeit soll laut wissenschaftlichen Studien (Nicolaides et. al.) auf 90 % und mehr steigen.

Die schonenste und genaueste Methode zur Beurteilung der Gefäße ist der fein auflösende Ultraschall. Gerade die beginnenden Gefäßveränderungen können dargestellt werden.

Die Innenhaut der Arterien (Intima-Mediakomplex) wird genau ausgemessen. Kommt es zur Dickenzunahme, steigt bereits die Gefährdung für Gefäßerkrankungen. Weiterhin lassen sich umschriebene Ablagerungen (Plaques) genau darstellen, ausmessen und quantifizieren. Auch können gefährliche Plaques (echoarm, weich) von ungefährlichen (hart, verkalkt) unterschieden werden.

Die Untersuchung findet an den Halsschlagadern, eventuell ergänzt an den Leistenarterien, statt. Es sind keinerlei Vorbereitungen nötig. Der Befund kann bereits während der Untersuchung mit dem Patienten besprochen werden. Ein schriftlicher Befund wird zusätzlich erstellt.

Zur Verdeutlichung: Gefäße…

 

Vors-gef1Das Bild zeigt eine normale Halsschlagader (Arteria carotis). Der Pfeil deutet auf die obere Innenhaut (Intima-MediaKomplex). Die Dicke wurde mit 0,06 cm gemessen (Norm bis 0,07). Auch die untere Intima darunter ist unauffällig (Messung: 0,07cm).

 

 

 

Vors-gef2

Es zeigt diffuse Wandablagerungen in der Arteria Carotis Interna. Sowohl die obere Innenschicht (Pfeil) als auch die untere Intima ist verbreitert. Das Innenmaß der Arterie hat sich von etwa 0,6 cm auf 0,48 bzw.0,42 cm verkleinert. Das entspricht einer etwa 30%igen Engstelle (Stenose).

 

 

 

Vors-gef3Es zeigt einen Plaque (Ablagerung) im Bulbus carotis (Aufteilugsstelle der Arteria carotis). Das erste Teilbild zeigt das Gefäß im Längsschnitt, der Plaque ist mit dem Pfeil markiert. Das zweite Teilbild ist eine Querschnittdarstellung des Gefäßes. Der Plaques hat eine Dicke von 0,24 cm.