Die Innere Medizin wandelte sich in den letzten zwei Dekaden. Zunächst galt sie als eine Art Königsdisziplin, die sich gegenüber anderen Spezialgebieten  hervorhob, weil sie auch die schwierigen und unklaren Fälle betreute und gleichzeitig den Menschen von Kopf bis Fuß und von Innen bis Außen fast fachübergreifend diagnostizierte und therapierte. Heute ist das Fachgebiet der Inneren Medizin selbst in viele Spezialgebiete zerfallen, oft werden die Patienten nur „in Teilen“ betreut. Der ganzheitliche Ansatz wird ihr zudem von der Allgemeinmedizin streitig gemacht.

Doch ein Mensch lässt sich nicht, auch als Patient, in Spezialgebiete aufteilen, er bleibt als Ganzes in seiner Krankheit zu verstehen und zu behandeln. Die Innere Medizin bekommt dadurch eine eigenständige und neue Funktion. Der Internist ist der Arzt, der selbst die Diagnostik durchführt und nicht hauptsächlich als Lotse arbeitet und wie der Hausarzt alle Einzelbefunde zusammenträgt und verwaltet. Er agiert als ein aktiver, ganzheitlich, immer noch von Kopf bis Fuß den Patienten untersuchender und betreuender Arzt, der sich der Spezialgebiete mehr bedient, um rationell und zielgerichter arbeiten zu können. Er selbst behält aber die Betreuungshohheit und beschließt zusammen mit „seinem“ Patienten die wesentlichen Betreuungsschritte.

Für einen solchen Ansatz sind drei Punkte wichtig: Erstens ein aufgeklärter und kritischer Patient, der selbst mit lenkt und denkt. Zweitens ein Arzt, der versucht, sich intensiv und breit fortzubilden und sebstkritisch seine Grenzen kennt, um dem Patienten nichts Wichtiges vorzuenthalten. Zum dritten eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit wichtigen Spezialisten. Die Fachdisziplin Innere Medizin berührt zwar den hausärztlichen allgemeinärztlichen Aufgabenbereich, sie sieht ihn aber nicht als zentrale Aufgabe sondern als einen Bereich, der zum Wohle des Patienten einfach mitabgedeckt wird.